»Seinfeld« bei »Acquired«

Montagmorgen um 7:36 Uhr erreichte mich eine Nachricht von Dique:

neue acquired ist draußen

»Acquired« ist eigentlich ein Business-Podcast mit Geschichten über die großen Companys, in den ich selten reingehört habe, wenn man von der sehr guten Folge »Google: The AI Company« absieht. Von daher kannte ich jedenfalls den Style der beiden Hosts, Ben Gilbert und David »sooo good« Rosenthal, die einfach ein sehr gutes Game haben, absolut herrlich, ihnen zuzuhören.

Aber nun »Seinfeld« als Folgenthema, knapp vier Stunden, und natürlich werden Landmark-Episodes wie »The Contest«, »The Chinese Restaurant« oder »The Marine Biologist« erwähnt und es wird mit Trivia um sich geworfen, aber vorderhand wird die Serie nicht als popkulturelles oder kulturhistorisches, sondern als Business-Phänomen betrachtet.

Sie beginnen mit der unglaublichen Statistik, derzufolge allein in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres, also 2026, 60 Millionen Amerikaner mindestens eine »Seinfeld«-Folge gesehen haben, Ende August waren es dann schon 72 Millionen (siehe Transkript).

Viel mehr will ich jetzt gar nicht schreiben, aber unbedingt noch auf die von Ben empfohlene Website »The Seinfeld Chronicles« hinweisen, die seit Juni online ist. Der Autor Andy Kirk hat sein self-published coffee table book »The Seinfeld Chronicles: An Unnecessary Data Exploration« (2022) zu einer interaktiven Website weiterentwickelt, ein absoluter Wahnsinn, wie Ben feststellt: »it’s astonishing that a human did this manually before AI«.

Im Vordergrund steht ein aufgeklappter Laptop, auf dessen Bildschirm eine Tabellenkalkulation zu sehen ist. Im Hintergrund steht ein Fernseher, auf der eine Seinfeld-Folge läuft.
Datenerhebung für The Seinfeld Chronicles von Andy Kirk. Bildquelle: The Seinfeld Chronicles / GitHub (Anne-Marie Dufour).

Ansonsten schreiben Ben und David seit April eine mittlerweile regelmäßige Kolumne über ihre Podcastfolgen im Wall Street Journal. Gestern erschien online ihr aktueller Text, in dem sie erklären, »Why Nearly 25% of the Country Is Still Watching ›Seinfeld‹«. Sie wiederholen die These aus dem Podcast, dass es goldrichtig gewesen sei, dass Jerry eine zehnte Staffel abgelehnt hat, obwohl ihm fünf Millionen Dollar pro Episode angeboten wurden. Jerry habe dabei einfach auf sein Gespür als Comedian vertraut: »If you can get off that stage when they are still screaming, they’ll never forget you.«

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