Gerade war Sandra Richter im Podcast »Alles gesagt?« zu Gast. Aufgenommen wurde das Gespräch am 19. Oktober, veröffentlicht heute, 6. November 2026: »Sandra Richter, warum ist Rilke ein Popstar?«
Mittenmang plötzlich diese Passage, nach ca. 2:05h (von insgesamt 6:40h):
Christoph Amend: »Wenn Sie jetzt mal so eine Liste aus dem Kopf machen würden, sagen wir mal so zehn Bücher. Sagen wir mal, eine Neffin von Ihnen, die ich jetzt erfinde, oder ein Neffe, feiert 20. Geburtstag oder sagen wir mal 30. Geburtstag und Sie haben die verwegene Idee, ich schenke ihm oder ihr zehn Romane oder zehn Bücher, deutschsprachige Bücher, von denen Sie das Gefühl haben, das bringt einem intellektuell oder wie auch immer, auf welcher Ebene auch immer, etwas, diese Romane gelesen zu haben.«
Jochen Wegner: »Genial. Und wir nennen das ›Der Richter-Kanon‹. Liebe Verleger, hört fein zu. […] Nur deutschsprachige Weltliteratur.«
Hier die beiden Listen, ad hoc von Sandra Richter zusammengestellt und kommentiert:
- Anonym: Fortunatus (Erstausgabe 1509)
- Martin Opitz: Trostgedichte in Widerwärtigkeit des Kriegs (1633)
- Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch (1668/1669)
- Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise (1779)
- Friedrich Schiller: Maria Stuart (1800)
- Johann Wolfgang Goethe: Die Leiden des jungen Werthers, erste Fassung (1774)
- Goethe: Faust, beide Teile (1808/1832)
- Gottfried Keller: Der grüne Heinrich (1854/1855)
- Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910)
- Kafka: Der Prozess (1925)
Christoph Amend: »In dieser Liste, die wir jetzt haben, wo sind eigentlich die Autorinnen?« (ca. 2:21h)
Sandra Richter: »Das ist in den älteren Jahrhunderten tatsächlich etwas schwierig. Es gibt sie natürlich:«
- Sophie von La Roche
- Gabriele Reuter
- Else Lasker-Schüler
- Vicki Baum
- Ingeborg Bachmann
- Ilse Aichinger
- Elfriede Jelinek
- Herta Müller
- Irmtraud Morgner
- Christa Wolf
- Ricarda Huch
- Helga M. Novak
Direkt nach der Auflistung (ca. 2:24h):
Christoph Amend: »Was ist noch mal genau Literatur?«